Vertrautes und Neues gibt es im Bereich des Inventars bei Diablo 2. Das Bekannte: Der Inventarscreen ist wieder mit von der Partie (Bild links). Er bietet Slots für Ausrüstungsgegenstände verschiedenster Art: Rüstung, Gürtel, Handschuhe, Schuhe, Schmuck, Helm und Waffen bzw. ein Schild. Es ist möglich den Charakter mit zwei verschiedenen Waffe/Schild Setups auszurüsten. Der Wechsel erfolgt entweder über den entsprechenden Knopf im Inventar oder den Hotkey 'W'.
Was sind das für Bücher (auf dem Bild links zu sehen) im Inventar? Die Zauber 'Town Portal' und 'Identify Item' gibt es nicht als erlernbare Skills, sondern nur auf Schriftrollen. Da jede Schriftrolle ein Inventarkästchen belegt, bietet es sich an, diese 'übereinanderzulegen'. Diese Funktion übernehmen die sogenannten Folianten: Sie nehmen bis zu 20 Schriftrollen auf und helfen so Inventarplatz zu sparen. Allerdings kann ich die Schriftrollen nicht mischen; ich benötige also einen Folianten für 'Town Portal' und eins für 'Identify Item'.
Ein neues Element in Diablo 2 ist die Inventarkiste (rechtes Bild). Die Zeiten, in denen man Cain bitten musste auf seine Sachen aufzupassen sind nun vorbei. Jeder Charakter hat nun eine Kiste, in der er momentan nicht benötigte Ausrüstungsgegenstände aufbewahren kann. Sie reist auch mit, wenn der Spieler von Akt zu Akt pilgert und steht immer im städtischen Bereich, so dass man - vor Monstern sicher - seine Ausrüstung austauschen kann. Ein Transfer vom Inventory in die Kiste und umgekehrt ist einfach durch Drag'n'Drop möglich. Neu im Expansion Set ist darüber hinaus, dass die Größe verdoppelt wurde. Dies erscheint auch viel logischer als vorher - dort war die Kiste kleiner als das Inventar.
Vorbei sind auch die Zeiten, in denen das ganze Inventar mit Goldstücken zugepflastert war. Gold belegt - weder im Inventar noch in der Kiste - Inventarfelder. In beiden Dialogen gibt es ein Textfeld, in dem der aktuelle Vermögensstand angezeigt wird (Also strenggenommen gibt es zwei Vermögen: Eins im Inventar und eins in der Kiste). Wenn man Geld ausgibt, wird erst das Geld aus dem Inventar verbrauch und dann erst die Truhe geplündert.
Völlig neu überdacht hat Blizzard auch den Partygedanken. In Diablo mußte man in der Party extrem aufpassen, wenn man seine Mitstreiter nicht verletzen wollte. Der Sorcerer verzichtete am besten ganz auf 'Massenvernichtungswaffen' wie den 'Chain Lightning'. Das System in Diablo 2 ist viel differenzierter. Wenn ich einem Spiel beitrete kann ich in der Stadt bestimmen, welchen diplomatischen Status ich mit den im Spiel befindlichen Spielern haben will: Verbündet, neutral oder feindlich. Möchte ich verbündet sein, sehe ich ihre Portraits mit einem Gesundheitsindikator links in der Ecke meines Bildschirms. Hierbei teile ich Erfahrungspunkte mit meinen auf der selben Karte befindlichen Mitstreitern und erhalte zum Ausgleich noch einen Bonus von 35% pro Spieler. Wichtigste Neuerung ist aber, dass ich meine Freunde nicht mehr verletzen kann: Einem Dauerfeuer steht also nichts mehr im Wege.
Bei der Einstellung 'Neutral' teile ich keine Erfahrungspunkte mit anderen Charakteren und kann sie nicht verletzen. Stellt jemand seinen Charakter mir gegenüber auf feindlich, erhalte ich eine Warnmeldung (kleines Icon rechts) und meine Einstellung bezüglich des feindlichen Charakters ändert sich ebenfalls auf feindlich. Dabei ändern sich auch die Einstellungen der Partymitglieder des auf feindlich gestellten.
Vollkommen neu überarbeitet ist im Vergleich zum ersten Teil auch die Automapfunktion in Diablo 2, die sowohl Full Screen als auch als Minimap an der Seite verfügbar ist. Sie ist wesentlich übersichtlicher geworden, da sie mehr Informationen enthält. So werden markante Landschaftspunkte oder Häuser auch in der Übersichtskarte mitangezeigt. Jeder, der schonmal Diablo im Netz gespielt hat kennt folgendes Problem:
"Wo bist Du?", "Ich bin hinter der Treppe links gegangen!", "Woher?", "Na links!","Welche Tür? ...argh, da ist ja noch alles voll mit Monstern!"... "Hallo? Haaaaloooo!". Dieses Szenario könnte sich im zweiten Teil weniger häufig abspielen, denn man kann jetzt einstellen, ob man seine Mitspieler in der Automap sehen möchte oder nicht. Was man bezüglich der Automap sonst noch so alles einstellen kann, findet ihr auf dem Bild oben links. Wie so eine Automap im Spiel aussieht zeigen die beiden Beispiele rechts.
Auch Quests sind in Diablo2 wieder mit von der Partie. In jedem Akt gibt es 6 (In Akt 4 nur 3 Stück)oftmals mehrstufige Quests. Damit man nicht den Überblick verliert, welche Quests man schon gelöst hat und welche noch ausstehen, hat Blizzard einen Dialog implementiert, der genau dies anzeigt (Bild links).
Gelöste Quests sind grau dargestellt (auf dem Bild die komplette obere Reihe), noch zu lösende leicht coloriert (auf dem Bild die Horadrim Malus Quest) und noch nicht erhaltene (Auf dem Bild Andariel-Quest) sind schwarz.
In dieser Dialogbox kann man jede Information, die man bisher bezüglich der Quest erhalten hat, nochmals abrufen
Was ist sonst noch zu Quests zu sagen? Jede Quest kann nur einmal pro Schwierigkeitsstufe gelöst werden. Ein Abzocken von Skillpunkten für das mehrmalige Lösen der Höhle des Bösen Quest ist also nicht möglich!
Auch der Handel wurde vereinfacht. In Diablo wußte man nicht, wie ein Gegenstand aussah, den man erstehen wolle... und - mal ehrlich - wer hat nicht schonmal ein 'cape' statt einer 'cap' gekauft?.
Jetzt sieht man in einem Dialog - ähnlich wie das eigene Inventar - das Angebot des Händlers. Klickt man auf einen Gegenstand, so erscheint ein Kontextmenü in dem man den Kauf bestätigt. Danach wird automatisch das Gold und das Item transferiert. Alternativ kann man sich durch einen Rechtsklick auch den Bestätigungsdialog ersparen.
Auch der Handel zwischen den Mitspielern ist sicherer geworden (Bild rechts). Der Verkäufer legt seinen Gegenstand in ein Angebotsfenster. Dieses kann der Interssent auch sehen und sich somit die Eigenschaften des Gegenstandes betrachten. Nun beginnt das Feilschen. Dies funktioniert ganz normal über die Chatfunktion. Will man den Gegenstand eintauschen, legt man sein Tauschangebot in das andere Fenster (unteres Fenster). Dies kann der Mitspieler auch einsehen. Man diskutiert wieder und vereinbart eventuell noch eine Ausgleichszahlung. Der zur Zahlung Verpflichtet legt die Goldstücke ebenfalls in 'sein' Fenster. Der Betrag wird dann im oberen Bereich hinter Gold (wo auch sonst) angezeigt. Sind sich jetzt endlich beide Parteien einig, bestätigen beide durch einen Klick auf den Button mit dem Häkchen und schon wandern Gold und Item(s) jeweils automatisch zu den neuen Eigentümern. Vorbei also die Zeit, wo man gutgläubig gehofft hat, dass der Partner auch das Item fallen läßt und sich nicht einfach aus dem Spiel ausloggt. Gesteigerte Sicherheit wird zudem dadurch garantiert, dass der Haken nach dem Austausch von Items eine Weile rot bleibt und so der Handel noch nicht abgewickelt werden kann bis einige Sekunden verstrichen sind. Das schützt vor Betrügern, die ein Item vor dem Handel noch schnell gegen ein anderes, minderwertigeres Item gleichen Aussehens austauschen.
Eine Neuerung des Expansion Sets ist die Einführung eines seperaten Söldner-Inventars und Söldner-Werten. Durch rechtsklicken auf das Söldner-Portät öffnet sich ein Bildschirm (Standard-Shortcut "O"), mit einem Inventar ähnlichen Teil und einem Statusteil.
Im oberen Bereich ist eine Figur wie im eigenen Inventar angezeigt. Diese Figur ist jedoch auf Kopf, Körper und beide Hände reduziert. Auf diese Figur kann Ausrüstung per Drag-n-Drop einfach heraufgezogen werden. Welcher Söldner welche Ausrüstung tragen kann steht im Söldner-Bereich, dort gibt es auch noch weitere Informationen über die Söldner.
Im unteren Teil werden das Level des Söldners, die Resistenzen, der Schaden etc. angezeigt. Wenn der Söldner im Level steigt, steigen diese Werte ebenfalls. Diese Werte sind auch wirklich Inventar gebunden, d.h. ein Söldner mit Stärke 65 kann kein Schwert mit Voraussetzung Stärge 70 tragen.
Da fällt mir ersteinmal noch die Haltbarkeit ein. Auch sie gibt es in Diablo 2 wieder.
Neigt sich die Gebrauchsfähigkeit eines solchen Gegenstandes dem Ende zu, so erscheint oben rechts auf dem Bildschrim ein Icon (s.o.) auf dem der Gegenstand farblich markiert ist (hier das Schwert). Repariert der Spieler den Gegenstand nicht, ändert sich die Farbe von gelb auf rot. Erst dann wird der Gegenstand (vorläufig) unbrauchbar
Eine weitere Neuerung ist, dass Items auf dem Boden schneller wiederfindet, wenn man die ALT-Taste drückt. Musste man in Diablo nach einem 'Ping' oft stundenlang den Boden absuchen bis man endlich den Ring oder das Amlulett gefunden hat, drückt man in Diablo 2 einfach die ALT-Taste. Wie man auf dem Bild sehr gut sehen kann, wird über den Gegenständen auf dem Boden die entsprechende Beschreibung eingeblendet. So weiss man sofort wo was liegt.
Aber auch das Aufheben der Gegenstände ist einfacher geworden. In Diablo 2 reicht es aus, wenn man auf den Banner klickt, der als Beschreibung beim Drücken der ALT-Taste eingeblendet wird. Die Spielfigur läuft zu dem Gegenstand und steckt ihn ins Inventar.
Des weiteren gibt es ein nettes System zur Anzeige der restlichen Lebensengie bei den Monstern. Oben in der Bildschirmmitte steht der Name des anvisierten Monsters auf einem roten Balken. Eventuell werden dort noch weitere Informationen (vgl. Montage rechts) angezeigt. Die Schlacht beginnt: Muß der Bösewicht jetzt Treffer einstecken, schwindet der rote Balken dahin. Anhand seiner Größe im Vergleich zur Ausgangsgröße kann man abschätzen, wie stark das Monster schon verletzt ist und ob man vielleicht besser die Flucht ergreift *grins*.
Ist der Gegner letztlich bezwungen, kann der Necromancer (und teilweise auch der Barbar) immer noch Informationen über die Leiche erhalten (letztes Teilbild rechts), da die Skills dieser Charakterklassen teilweise Kadaver benötigen.
So! Geschafft! Nach diesem kleinen Rundgang durch die Benutzerschnittstelle von Diablo2 sollte eigentlich jeder bereit sein ohne großes Handbuchstudium sofort loszulegen... wir wollen doch den Anschluss an die Ladder nicht verlieren, gelle?
Inhalte von WerthersEchte und Obivan. Überarbeitet von eNBeWe
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